Virtuelles Museum


Das virtuelle Museum - ein eigenständiger Museumsbau

Da das Museum im virtuellen Raum an keine örtlichen Begrenzungen und statischen Auflagen gebunden ist und eine Ausweitung jederzeit in alle Richtungen gegeben ist, sprechen wir vom ≥Museum ohne Wände„. Ein Begriff der bereits 1949 - lange bevor das Internet überhaupt existierte - von André Malraux geprägt wurde aber bis heute nicht zufriedenstellend umgesetzt werden konnte. Zu groß sind die Befürchtungen der Museumsbetreiber die Eigenständigkeit ihrer Institution zu verlieren und zu gering das Verständnis, um die unerschöpflichen Möglichkeiten, die uns das Medium Internet bietet, nutzen zu können. In den letzten 10 Jahren ist ein vollkommen neues Medium entstanden, eine Entwicklung mit der nur Wenige standhalten können. So wird immer wieder versucht die Erfahrungen aus Print (Bücher, Magazine...) und Elektronische Medien (TV, Radio...) für das Internet zu übersetzen, aber nicht aus dem Medium heraus neue Kommunikationsstrukturen zu entwickeln.

So beschränken sich auch 99 Prozent der Museumswebseiten auf die Repräsentation der Museen selbst, indem sie ihre Hochglanzprospekte in digitaler Form ins Netz stellen: Öffnungszeiten, Anfahrtswege, spärliche Informationen zu aktuellen Ausstellungen und im besten Fall eine Kamerafahrt durch die Sammlungsräume. Obwohl diese Internetseiten jeglichen Focus auf Exponate und Themen vermissen lassen, bezeichnen sich diese fälschlicher Weise als ≥Virtuelles Museum„.

Wir verstehen hingegen den Begriff ≥Virtuelles Museum„ als einen eigenständigen Museumsbau, der nicht unbedingt im direkten Bezug zu einem konkreten Museum stehen muß, sondern im Idealfall aus der thematischen Vernetzung mehrerer Institutionen entsteht. Da die Rezeption interaktiver Medien ganz anderen Gesetzen unterliegt als die eines Museumsbesuches, gilt es neue museologische Strategien für den Auftritt im virtuellen Raum zu entwickeln.

Das Objekt wird durch die digitale Kopie ersetzt und verliert dadurch seine Einzigartigkeit sowie Originalität. Die Schwerpunkte eines virtuellen Museums müssen daher auf der thematischen Aufbereitung, Erweiterung der Information durch Vernetzung und der kommunikativen Auseinandersetzung über unser Kulturerbe liegen.

Das virtuelle Museum ist über den ganzen Erdball verteilt und kann von jedem Internetanschluss aus, rund um die Uhr besichtigt werden. Es bietet den Besuchern nicht nur einen Haupteingang an, sondern zusätzlich einen spielerischen, didaktischen und wissenschaftlichen Zugang. Es ist ein Museum, das sich jeder Zielgruppe unterschiedlich öffnet.

Diese Gedanken verfolgt unser Prototyp:
Das Virtuelle Museum soll nicht das reale Museum ersetzen oder nachbilden, sondern durch einen virtuellen Zu- oder Neubau erweitern, neue Sichtweisen eröffnen, Informationen global zugänglich machen und ein neues Publikum ansprechen.

:: Download der Projektbeschreibung (494 kb)




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