Im »Tatort
Museum« und anderen Darstellungen des Museums im Film, die hier beleuchtet
werden, liegt eine strukturelle Verwandtschaft. Wie Michel Foucault bemerkt
hat, gehören das Museum und das Kino einem ganz speziellen Typ von
Raum an, den er als »Heterotopie« bezeichnet hat - im Gegensatz
zu »Utopie«: einen Ort, an dem mehrere Räume/mehrere Zeiten
gleichzeitig präsent sein können. Dieser Band geht der augenfälligen
strukturellen Gleichheit und Unterschiedenheit der beiden medialen Institutionen
nach.
Einer wesentlichen Wandlung unterliegt dabei die »Aura«.
Müsste sie Benjamins oft reproduziertem Wort vom »Zeitalter
der Reproduzierbarkeit« zufolge dem Kino verwehrt bleiben, so zeigt
sich doch, dass das Kino ebenfalls »auratische« Gegenstände
hervorbringen kann (Filmkunst); so wie sich das Museum, ursprünglich
Ort der Aura, tendenziell einem Freizeit- bzw. Erlebnispark annähern
kann.
Inhalt
Herbert Posch
Museum | Film. Eine Einleitung, ein Vorwort, eine Danksagung
Günter Kastner
Tatort Museum - das Museum im Spielfilm.
Versuch einer quantitativen Annäherung
Vrääth Öhner
"Das ist kein Rot, das ist Blut."
Das Museum vom Kino aus betrachtet
Siegfried Mattl
Film versus Museum
Stephanie Käthow
Mit allen Mitteln der Kunst: Der Film baut sich ein Museum. Staunende
Blicke im Filmmuseum Berlin und anderen Tempeln der "zehnten Muse"
Frank Stern
Fritz Lang in Wien, Marlene Dietrich in Berlin und Paula Wessely im schlechten
Gewissen: Film als aktives Museum und Requisitenkammer der Erinnerung
Julia Friehs | Corinna Oesch | Marie-Noelle Yazdanpanah
Die Gegenwart als Vergangenheit im Museum der Zukunft. Museale Szenarien
in Sciencefiction-Filmen